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Sterngucker - Unsere Himmelsschau

Privatsternwarte Mönch in Krauschwitz

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Was gibt es aktuell am Sternenhimmel Interessantes zu beobachten? Hier werden wir es regelmäßig zeigen, damit Sie immer auf dem Laufenden sind.

Kurz vor Venusbedeckung Dezember 2008
Aufnahme kurz vor der Venusbedeckung durch den Mond
am 01. Dezember 2008, 16 Uhr 55
Foto R. Mönch, Krauschwitz, 2008

Venusbedeckung durch den Mond
Venusbedeckung durch den Mond
R. Mönch, Krauschwitz, 2008

Dezember 2008: Am Montag, 01.12.2008 kann man in in der Abenddämmerung im Südwesten eine Venusbedeckung durch den Mond sehen. Gegen 17:09 MEZ wird Venus (-4.1 mag) von einer schmalen zunehmenden Mondsichel bedeckt (dunkle Mondseite), gegen 18:24 MEZ tritt Venus dann an der beleuchteten Mondseite wieder aus. Das Ereignis kann am Abendhimmel durch ein Teleskop gut beobachtet und fotografiert werden. Die Venusscheibe selber braucht ca. 30s bis sie vollständig bedeckt wird und wieder auftaucht. Interessant ist dass der helle Jupiter, der zweithellste Planet nur etwa 2° nördlich von Venus und Mond steht!

Komet Holmes über Bad Muskau
Komet Holmes um Mitternacht über Bad Muskau
Foto W. Liebig, 2007, Bad Muskau [Komet Holmes Galeriebild II]

November 2007 II: Komet Holmes steht jetzt Ende November etwa in Opposition zur Sonne, erreicht den Zenit seiner Bahn also um Mitternacht. Die Koma, die Atmosphäre des Kometen, dehnt sich immer weiter aus und besitzt jetzt einen Durchmesser von fast 2 Millionen Kilometern. Damit ist Holmes im Moment das größte definierbare Einzelobjekt im Sonnensystem und von der Ausdehnung her sogar grösser als die Sonne selbst. Der Abstand zur Erde vergrössert sich langsam wieder und beträgt jetzt mehr als 1,5 AE (225 Millionen Kilometer). Auch der Punkt der höchsten Annäherung an die Sonne mit gut 2,0 AE ist überschritten und aktuell steht der Komet etwa 2,5 AE von der Sonne weg. Im September 2010 erreicht Holmes den sonnenfernsten Punkt seiner Bahn bei etwa 5,2 AE.

Diese Aufnahme stammt von unserem Sternfreund Wolf Liebig, der den Kometen am 15. November 2007 um 24 Uhr in Bad Muskau durch eine Wolkenlücke fotografieren konnte. Ganz hervorragend ist zu erkennen, wie die Hintergrundsterne durch die deutlich sichtbare aber sehr dünne Koma noch hindurchleuchten.

  • Komet Holmes auf der Homepage des Herzberger Teleskoptreffens



  • Komet Holmes am Novemberhimmel über der Lausitz
    Komet Holmes am Novemberhimmel über der Lausitz
    Foto R. Mönch, 2007, Krauschwitz 

    November 2007 I: Der Komet Holmes wurde vor 115 Jahren von dem britischen Amateurastronomen Edwin Holmes entdeckt. Er misst 3,5 km und gehört mit einer Umlaufzeit von nur knapp 7 Jahren zu den kurzperiodischen Kometen die gemeinsam mit den Asteroiden innerhalb der Jupiterbahn um die Sonne ziehen. Er ist jetzt im November überraschend mit bloßem Auge sichtbar.

    Diese schöne Aufnahme gelang unserem Sternfreund Rüdiger Mönch am 10. November 2007 um 22 Uhr in Krauschwitz durch ein Spiegelteleskop der Maksutov-Bauweise ("Russentonne").

    Nach einer sehr starken Eruption von Gas und Staub hat der Komet sich im Herbst 2007 schlagartig zum nach Hale-Bopp (1997) und McNaught (2006) dritthellsten Kometen der letzten zehn Jahre entwickelt. Er ist zur Zeit fast so hell wie Hauptsterne des Großen Wagens, so dass er ohne weiteres bereits mit dem unbewaffneten Auge gesehen werden kann. Man findet ihn in der Nähe des Hauptsterns des Sternbildes Perseus. Am frühen Abend steht er noch relativ tief im Osten, um gegen 22 Uhr Nachts schon hoch zwischen Osthorizont und Zenit gut sichtbar zu sein. Bekannte benachbarte Sternbilder sind die Cassiopeia und der Fuhrmann. Für das bloße Auge unterscheidet sich der Komet auf den ersten Blick nicht von einem Stern mittlerer Helligkeit und scheint sich wegen der großen Entfernung kaum zu bewegen. Ein Schweif ist nur sehr schwach ausgebildet und nur im Teleskop zu erahnen. Die bei längerer Belichtung auf Teleskopbildern sichtbare Koma jedoch, die Gas- und Staubhülle des Kometen, erreicht am Himmel mit etwa einem halben Grad Durchmesser ungefähr die scheinbare Grösse des Vollmondes.

  • Artikel auf de.wikipedia.org mit Datentabellen hier
  • Umlaufbahn von Komet Holmes, Java-Animation auf jpl.nasa.gov



  • Die Venus in der Handycam über Bad Muskau
    Die Venus strahlt so hell, dass sie sogar mit einer einfachen Handy-Kamera aufgenommen werden kann.
    (Foto H. Sulzer, 2007, Bad Muskau)

    Die Venus im Teleskop Planet Venus
    Unser Nachbarplanet Venus Ende März im Teleskop
    (Foto R. Mönch, 2007, Krauschwitz)

    März 2007: Die Venus, in der römische Mythologie die Göttin der Liebe, ist im März der hellste Abendstern und steht nach Sonnenuntergang überaus strahlend über dem Westhorizont. Am Ende des Monats März steht der -4m helle Planet, über 6x heller als der Winterstern Sirius und nach Sonne und Mond das hellste Objekt am Himmel überhaupt, im Sternbild Widder. Der Winkelabstand von der Sonne beträgt mittlerweile schon 35°. Als zweiter, innerer Planet erscheint Venus durch die seitliche Sonneneinstrahlung nur zum Teil beleuchtet. Am Monatsende ist die Venus ca. 190 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Bis zum August wird dieser Abstand auf nur noch 45 Millionen Kilometer schrumpfen. Dann wird der Anblick sichelförmig. Die Venus ist nach dem Mond der grosse Himmelskörper, der uns am nähesten kommt. Sie ist nur um wenige Prozent kleiner als die Erde.


    Der Schweif des Kometen Mc Naught am Abendhimmel über der Atacama-Wüste
    Der Schweif des Kometen Mc Naught am Abendhimmel über der Atacama-Wüste (Komet McNaught Galeriebilder)
    (Foto W. Liebig, 2007)
    Komet Mc Naught über Patagonien
    Komet Mc Naught über Patagonien
    (Foto W. Liebig, 2007)

    Januar 2007: Im Januar war der erst im August 2006 entdeckte und nach seinem australischen Entdecker David McNaught benannte Komet am Himmel zu sehen. Am 12. Januar 2007 kam Objekt C/2006 P1, so die astronomische Bezeichnung für den Kometen, der Sonne am nächsten, und näherte sich ihr dabei noch weit innerhalb der Merkur-Bahn bis auf knapp 26 Millionen Kilometer.

    Der Komet bildete in Sonnenähe einen breit gefächerten und etwa 40° langen Schweif aus und war als erster Komet seit 1976 zeitweise sogar am Tageshimmel sichtbar. Seine Helligkeit erreichte -5.5mag, somit war dieser Komet nach Mond und Sonne tagelang das hellste Objekt am Himmel überhaupt. Auf der Südhalbkugel war die Erscheinung dieses Kometen in den zwei Wochen nach dem Perihel noch grossartiger als bei uns auf der nördlichen Hemisphäre.

    Unserem Sternfreund Wolf Liebig gelangen in Chile einige spektakuläre Aufnahmen, die oben und in unserer neuen Astrogalerie zu sehen sind.


    Pluto im Teleskop
    Pluto im Teleskop
    Pluto im Fadenkreuz
    Binnen einiger Tage hat sich der extrem kleine und lichtschwache Fleck auf den Aufnahmen deutlich weiterbewegt, Fotos W. Liebig, 2006

    September 2006: Pluto zählte bis vor einigen Wochen als der neunte Planet des Sonnensystems. Inzwischen wurde der Himmelskörper jedoch nach langjähriger Diskussion und in kontroverser Abstimmung auf einer Sitzung der IAU der neu geschaffenen Klasse der so genannten Zwergplaneten zugeschlagen. Sein kleiner Durchmesser von nur knapp 2.400 Kilometern, seine geringe Masse von weniger als einem Tausendstel der Erdmasse sowie seine für einen echten Planeten ungewöhnlichen Bahnparameter, wie hohe Exzentrizität, deutliche Neigung zur Ekliptik und die Tatsache, dass seine Bahn die des Neptun kreuzt und seine Umlaufzeit im Verhältnis 2 zu 3 an die des Gasplaneten gekoppelt ist, haben schon immer Zweifel aufkommen lassen, ob er wirklich als Planet bezeichnet werden kann. In den letzten Jahren wurden zudem am Rande des Sonnensystems im sogenannten Kuiper-Gürtel viele weitere, wie Pluto hauptsächlich aus Eis bestehende Himmelskörper entdeckt, von denen vorerst mindestens einer sogar größer als Pluto ist und denen man schwerlich Planeten-Status einräumen möchte. Möglicherweise bewegen sich im Kuiper-Gürtel mehrere hundert solcher Zwergplaneten um die Sonne, die dem Pluto in Größe und Masse nahekommen oder ihn sogar übertreffen. Trotz der Herabstufung zum Zwergplaneten bleibt Pluto weiterhin ein sehr interessanter Himmelskörper und eine äußerst exotische Welt am Rande des Sonnensystems. Sein im Verhältnis zum Mutterkörper riesiger Mond Charon umläuft ihn in extrem geringem Abstand, zwei weitere kleine Monde, Nix und Hydra, wurden erst im Jahr 2005 entdeckt. Pluto besitzt eine dünne Atmosphäre aus Methan, die bei zunehmendem Sonnenabstand im Bahnverlauf fast komplett ausfrieren dürfte, um sich auf der mehr als 200 Grad minus kalten Oberfläche als Eis niederzuschlagen und erst im planetaren Sommer wieder entfaltet. Pluto ist mehr als fünf Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt, von seiner Oberfläche wäre die Sonne nur als sehr heller Stern am Himmel zu sehen, verständlicherweise wurde der schwer zu beobachtende und mit blossem Auge keinesfalls sichtbare "amerikanische Planet" erst 1930 in den USA von Clyde Tombaugh entdeckt. Die Neuklassifizierung als Zwergplanet stößt in Amerika auch weiterhin auf erbitterten Widerstand.

    Am 19. Januar 2006 startete die Sonde New Horizons und wird 2015 erstmals auch einen Blick auf die Oberfläche des Pluto erlauben.

    Unserem Sternfreund Wolf Liebig aus Bad Muskau gelang es, den Kleinplaneten an mehreren Abenden hintereinander durch ein 25-cm Spiegelteleskop zu fotografieren. Die gezeigten Aufnahmen entstanden im Sommer 2006 im Abstand von etwa zwei Tagen.

    Weitere Daten zu Pluto, Animationen und Darstellungen von Bahn- und Größenverhältnissen sind unter anderem auf pluto.planetologie.de zu finden. Die Plutomonde werden zum Beispiel auf www.plutomonde.de abgehandelt.


    Orionnebel im Teleskop
    Orion-Nebel in einer Winternacht
    (Foto W. Liebig, 2006)

    Januar 2006: Der Orionnebel (auch Messier 42 und NGC 1976) ist ein Emissionsnebel im Sternbild Orion. Dank seiner scheinbaren Helligkeit von 4,0m und seiner verhältnismäßig großen Ausdehnung am Himmelsgewölbe ist er mit bloßem Auge als Teil des 'Schwertes' des Orion sichtbar. Der Orionnebel ist eines der aktivsten Sternentstehungsgebiete in der galaktischen Nachbarschaft der Sonne. Die Entfernung von unserem Sonnensystem beträgt ca. 460 Parsec (1500 Lichtjahre), der Durchmesser ca. 7,5 Parsec (25 Lichtjahre).

    Schon die mittelalterlichen arabischen Astronomen beobachteten den Orionnebel und gaben ihm den Namen "Na'ir al Saif"

    Am besten kann man den Orionnebel im Winter beobachten, wenn er spät am Abend aufgeht und bis zum Morgendämmern am Himmel steht. Der Nebel erschließt sich schon mit einem kleinen Teleskop und 30facher Vergrößerung dem Betrachter. Ein größeres Instrument bringt Strukturen in die Wolken. Die in den Aufnahmen abgebildeten äußeren roten Nebelfelder kann man im Allgemeinen nicht sehen, da sie zu lichtschwach sind. Mit einem Fotoapparat und einem Standardobjektiv kann man den Nebel aufnehmen und die roten Wolken als kleine Flecken auf dem Bild sehen.

    (verändert nach: de.wikipedia.org/wiki/Orionnebel, der Text steht samt Angabe von Autoren und Historie unter GNU-FDL, kann gemäß den Bedingungen dieser Lizenz weiterverwendet und hier direkt bearbeitet werden)


    Mars im Teleskop
    Asteroid Vesta Dezember 2005 im Amateurteleskop.
    (Die Animation besteht aus zwei Aufnahmen, die 30 Minuten auseinanderliegen. Die Bahnbewegung des Objekts vor dem Fixstern-Hintergrund ist deutlich zu erkennen - Fotos W. Liebig, 2005)

    November 2005: Vesta ist nach Ceres und Pallas mit knapp 500 km Durchmesser der drittgrößte Asteroid und wurde daher schon relativ früh, im Jahre 1807 von dem deutschen Astronomen H. Olbers entdeckt. Sie steht nur etwa 2,3 Astronomische Einheiten von der Sonne entfernt, umläuft diese in etwas mehr als 3,5 Jahren und rotiert in nur 5,3 Stunden einmal um sich selbst. Ihre Bahn ist im Gegensatz zu den stärker elliptischen Bahnen vieler Asteroiden fast kreisförmig aber mit über 7 Grad doch deutlich gegenüber der Ekliptik geneigt. Obwohl sie doch recht gross ist, weicht die Gestalt Vestas stark von der Idealkugel ab, wie bei vielen Asteroiden reicht die sehr geringe Schwerkraft nicht aus, um den Himmelskörper zur Kugel zu formen.

    Der Asteroid ist nach der römischen Göttin des Feuers und Hüterin des Herdes, der Vesta, benannt.

    In der folgenden Tabelle ist die Sichtbarkeit von Vesta für die Jahre 2005 bis 2008 angegeben. Die scheinbare Helligkeit und die Entfernung zur Erde beziehen sich dabei auf den Zeitpunkt der Opposition, wenn der Asteroid der Erde am nächsten ist und damit auch am hellsten erscheint.

    Konjunktion zur Sonne Stationär, dann rückläufig Opposition Entfernung Helligkeit Stationär, dann rechtläufig
    11. Mai 2005 19. November 2005 6. Januar 2006 1,550 AE 6,2 mag 23. Februar 2006
    11. September 2006 19. April 2007 31. Mai 2007 1,140 AE 5,4 mag 15. Juli 2007
    21. Februar 2008 13. September 2008 30. Oktober 2008 1,541 AE 6,5 mag 20. Dezember 2008

    (Tabelle verändert nach: de.wikipedia.org/wiki/Vesta_(Asteroid), der Text steht samt Angabe von Autoren und Historie unter GNU-FDL, kann gemäß den Bedingungen dieser Lizenz weiterverwendet und hier direkt bearbeitet werden)


    Partielle Sonnenfinsternis
    Wir beobachten die Sonnenfinsternis
    Partielle Sonnenfinsternis am 3. Oktober 2005
    (Foto R. Mönch, 2005)

    Oktober 2005: Am Montag, den 3. Oktober 2005 erwartet uns in weiten Teilen Europas ein besonderes Schauspiel, eine partielle/ringförmige Sonnenfinsternis. Dieser astronomische Leckerbissen fällt auf den Feiertag "Tag der deutschen Einheit", so dass viele Interessierte sich dieses Ereignis anschauen können - vorausgesetzt das Wetter spielt mit! In der Lausitz ist diese Sonnenfinsternis teilweise ( partiell ) zu bewundern. Der Grad der Bedeckung wird zum Höhepunkt in unseren Breiten ca. 40% sein, d.h. es wird nicht sonderlich dunkler. Gegen 10 Uhr beginnt der Mond an der Sonnenscheibe zu knabbern, man wird am nordöstlichen Rand der Sonne die kleine Einbuchtung erkennen, die sich im Lauf von einigen Stunden ausweitet und sich in Richtung Südwest gegen 12:30 Uhr wieder "aus der Sonne" herrausschiebt.


    Konjunktion von Saturn, Venus und Merkur
    Konjunktion der Planeten Saturn, Venus und Merkur Ende Juni 2005
    (Zeichnung Starry Nights, 2005)

    Juni 2005: Ein relativ seltenes Himmelsschauspiel gibt es ab dem 27. Juni 2005 für einige Tage nach Sonnenuntergang am westlichen Abendhimmel zu sehen. Von uns aus gesehen liegen die drei Planeten etwa auf einer Sichtlinie und erscheinen deshalb am Himmel nahe beieinander zu liegen. Bei guten Sichtverhältnissen, (die bei uns ja oft gegeben sind!) sollte die Konjunktion bis zu etwa einer Stunde nach Sonnenuntergang nahe am Horizont im Westen sichtbar sein.


    Planet Jupiter im Teleskop
    Planet Jupiter im Teleskop
    (Foto: Steffen Noack, 2005, Bad Muskau)

    Mai 2005: Den wohl hellsten "Stern" am Nachthimmel stellt Jupiter dar. Der größte Planet im Sonnensystem ( ca. 10,5 x Erddurchmesser ) steht derzeit im Sternbild der Jungfrau in Oppositionsstellung. Das bedeutet, dass sich Sonne, Erde und Jupiter auf einer gedachten Linie befinden. Natürlich könnten wir diese Stellung nur sehen, wenn wir unser Sonnensystem von außen betrachten. Am 19. Mai präsentieren sich der helle Jupiter und der zunehmende Erdenmond in einem Abstand von nur einem Vollmonddurchmesser zueinander.


    Nebel im Löwen
    Nebel im Löwen ( lat. Leo )
    (Foto: Steffen Noack, 2005, Bad Muskau)

    April 2005: Das neblige Trio im Sternbild des Löwen, bestehend aus drei Galaxien, gehört wohl zu den interessantesten Objekten am Frühlingsternenhimmel. Bei guten Bedingungen, natürlich muss der Himmel schön dunkel sein, erkennt das geübte Auge schon in einem 10x50 Feldstecher das hellere Galaxienpaar M65 und M66. Diese wurden das erste Mal 1780 gesehen. Damals wusste man jedoch nicht, dass es sich hierbei um 40 Millionen Lichtjahre entfernte Sternensysteme handelt. In Großfeldstechern und kleineren Teleskopen bieten sich diese drei "Nebel" südlich von Theta Leonis schon in einem grandiosen Anblick. Detailbeobachtungen bleiben allerdings den Großteleskopen vorenthalten.


    Sternhaufen M 44 – Krippe - Praesepe
    Sternhaufen M 44 – Krippe ( lat. Praesepe )
    (Foto: Steffen Noack, 2005, Bad Muskau)

    März 2005: Einer der schönsten offenen Sternhaufen am Nordhimmel, den man schon mit einem Feldstecher sieht, ist zweifelsohne M 44 im Sternbild Krebs. Man erkennt ihn bei dunklem Himmel sogar schon als diffusen Fleck in diesem sternenarmen Gebiet, welcher am Himmel über 1 Grad ausmacht.

    Im Feldstecher kann man schon bis zu 40 Sterne dieser Sternenansammlung zählen. Insgesamt befinden sich 500 Sterne in dieser 520 Lichtjahre entfernten Gruppe. Der Sternhaufen stellt in der Mythologie eine Futterkrippe dar, an denen die beiden Esel „Asellus Borealis“ und „Asellus Australis“ fressen (zwei benachbarte Sterne).


    Saturn im Teleskop
    Saturn im Teleskop
    Aufnahme mit einer Webcam durch einen 25-cm-Cassegrain-Spiegel. Bereits in dieser relativ geringen Auflösung sind sowohl die Cassini-Teilung in den Saturnringen als auch die Wolkenbänder in der Atmosphäre gut zu erkennen.
    (Foto: Wolf-Harald Liebig, 2005, Bad Muskau)

    Februar 2005: Anfang des Monats steht der Saturn bereits abends im Sternbild Zwilling recht hoch am Himmel und ist damit die prominenteste astronomische Erscheinung in diesem Monat. Saturn ist mit einem Durchmesser von 120.000 km und 95 Erdmassen der zweitgrößte Planet im Sonnensystem. seine Entfernung zur Erde beträgt etwa 1,5 Milliarden Kilometer, allein das Licht ist etwa eineinhalb Stunden dorthin unterwegs. Erst vor zwei Wochen, am 14. 01. 2005, ist die europäische Raumsonde Huygens auf dem grossen Saturnmond Titan gelandet und hat spektakuläre Bilder gesendet. Ihre Reise zum Saturn dauerte 7 Jahre. Auch Titan ist bereits mit kleineren Teleskopen von der Erde aus sichtbar. (Näheres zu den Ergebnissen der Titan-Mission hier >>>)


    Komet Machholz mit Schweifen
    Komet Machholz
    Recht gut zu erkennen die beiden, fast im 90°-Winkel aufeinanderstehenden Schweife, die im Bild nach links weisen.
    (Foto: Steffen Noack, 2005, Krauschwitz)

    Januar 2005, II: Heute, am 6. Januar 2005 war der neue Komet Machholz um 20:00 Uhr auch bei nicht ganz optimalen Bedingungen schon mit blossem Auge als deutlicher nebeliger Fleck zu erkennen. Im Moment steht er nur etwa 3° rechts unterhalb der Plejaden, an denen er in den nächsten Tagen Richtung Nordhimmel vorbeiziehen wird. Die nächsten Wochen sind die letzte Gelegenheit, diesen Kometen einmal zu Gesicht zu bekommen, denn in diesem Leben sehen wir ihn nicht wieder. Seine Rückkehr findet in rund 120.000 Jahren statt, er zählt damit zu den langperiodischen Kometen und erreicht auf seiner Bahn eine Sonnenentfernung von 1200 Astronomischen Einheiten (180 Milliarden km).


    Großer Orionnebel M42 im Sternbild Orion
    Großer Orionnebel
    (Foto: Steffen Mönch, Krauschwitz)

    Januar 2005, I: M 42 - Großer Orionnebel: Der Orion stellt als markantes Wintersternbild den Himmelsjäger dar. Sein Schwert trägt der Jäger stolz an seinem Gürtel an der rechten Seite. In diesem sogenannten Schwertgehänge finden wir schon mit einem kleinen Feldstecher sichtbaren diffusen Fleck. Hat man die Möglichkeit den großen Orionnebel an einem dunklen Nachthimmel im Teleskop zu beobachten, offenbart sich eine unübertroffene, gespenstische Nebellandschaft. Erstmalig 1656 von Huyghens entdeckt, zieht Messier 42 jeden Beobachter in seinen Bann. In dieser wundervollen Region der Milchstrasse befinden sich riesige Mengen von purem Wasserstoff, dem Geburtsmaterial für Sterne. Nicht umsonst hat das Weltraumteleskop Hubble in dieser Region mehr als 150 Sternenneulinge entdeckt.


    Sternhaufen M36 im Sternbild Fuhrmann (Auriga)
    Sternhaufen M36
    (Foto: Rüdiger Mönch, Krauschwitz)

    Dezember 2004: Offene Sternhaufen M38, M36, M37: Im Wintersternbild Fuhrmann (lat. Auriga) zieht sich das matte Band der Milchstrasse. Im Fuhrmann trifft man deshalb auf eine große Anzahl offener Sternhaufen. Solche Sternansammlungen beinhalten 30 - 100 Sterne in unmittelbarer Nachbarschaft. In Auriga trifft man auf drei Objekte, die im Messier Katalog unter M38, M36 und M37 (von West nach Südost) aufgelistet sind. Sie sind ca. 4000 Lichtjahre von uns entfernt. Schon mit einem Feldstecher kann man drei verwaschene Nebelflecke erkennen. In kleinen Teleskopen erkennt man schon die Natur dieser Nebelfleckchen. Besonders M37 macht als sternenreichster Haufen einen überwältigenden Eindruck.


    Sternhaufen h und X im Perseus
    Sternhaufen h und X im Perseus
    (Foto: Rüdiger Mönch, Krauschwitz)

    November 2004: Der offene Sternhaufen h und X (NGC 869/884): Schon die antiken Griechen und Babylonier kannten im Sternbild Perseus die Gegend um den heute bekannten Doppelsternhaufen h und X als nebligen Stern. Seit der Benutzung von Fernrohren zur Erkundung des Sternenhimmels hat sich das Wissen um die Nebelsterne erweitert. Schon an kleinen Teleskopen geringer Vergrößerung wird man von der Schönheit dieser Sternenkonzentration überzeugt. Heute weiß man, daß diese offenen Sternhaufen ca. 7000 Lichtjahre von uns entfernt sind und daß jeder 60 Lichtjahre im Durchmesser mißt. Eingebettet im riesigen Perseus-Spiralarm unserer Milchstraße zählen die 300 Sterne in h und X zum Reich der jungen Supergiganten.



    Mondfinsternis
    Die totale Mondfinsternis vom 9. November 2003
    (Foto: Herbert Sulzer, Muskau)

    Oktober 2004, II: In der Nacht vom 27. zum 28. Oktober (von Mittwoch zu Donnerstag) haben wir Gelegenheit eine totale Mondfinsternis zu beobachten. Es ist bereits die zweite in diesem Jahr, zugleich aber die letzte bis 2007. Die Finsternis beginnt mit dem Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde in der zweiten Nachthälfte etwa um 02:00 Uhr Ortszeit (Lausitz) und zieht sich insgesamt bis weit in die Morgendämmerung hin. Etwa mit dem Venusaufgang um 04:30 wird der Mond total verfinstert sein. Dies ist die Phase, in der sich eine Beobachtung besonders lohnt, und, Sichtbarkeit vorausgesetzt, uns der berühmte 'blutrote', düstere Schein einer totalen Mondfinsternis beeindrucken wird, der entsteht, wenn nur noch Streulicht der Erdatmosphäre unseren sonst silbernen Begleiter am Himmel beleuchtet. Um ca. 08:00 verlässt der Mond den Erdschatten wieder und geht eine halbe Stunde später unter. Wir wünschen Ihnen und uns gutes Wetter!



    Messier-Objekt M31: Die Andromeda-Galaxis
    M31, die Andromeda-Galaxis
    (Foto: Steffen Noack, Krauschwitz)

    Oktober 2004, I: Das Sternbild Andromeda stellt in der Mythologie eine hübsche Prinzessin dar, die zusammen mit weiteren Figuren der griechischen Götterzeit den Herbststernenhimmel beherrscht. Die markannte Gestalt bildet eine Kette aus vier Sternen, die in östliche Richtung vom Pegasusquadrat ausgeht. Ungefähr in der Mitte der Kette kann man in Richtung Zenit mit dem bloßen Auge ein mattes Fleckchen erkennen. Erst seit ca. 100 Jahren weiß man, daß es sich bei diesem Fleckchen um eine Spiralgalaxie handelt, deren Licht 3 Mio. Jahre zu uns unterwegs ist. Ähnlich aufgebaut wie unsere Heimatgalaxis, die Milchstraße, gehört M 31 zu unserer näheren Heimat, der Lokalen Gruppe. M 31 ist die hellste Galaxie, die man auf der Nordhalbkugel sehen kann. Mit 3 Grad Ausdehnung am Firmament läßt sich die gewaltige Größe der Galaxie im Universum nur erahnen. Schon in einem kleinen Feldstecher offenbart sie sich als großer länglicher Nebelfleck. Hat man die Möglichkeit durch ein Fernrohr mit 8 – 10 cm Öffnung zu schauen, ergibt sich ein wahrhaftig überwältigender Eindruck. Erst ab dieser Öffnung und 30 - facher Vergrößerung erkennt man den hellen Kern, die schwach leuchtenden Spiralarme und die beiden Begleiter der Galaxie M 32 und M 110.



    September 2004, II: Am frühen Morgenhimmel (etwa 05.00 - 07.00 Uhr) ist im Osten die Konjunktion der beiden hellsten Planeten, Venus und Jupiter zu beobachten. Die Konjunktion ist eine scheinbare Begegnung von Wandelsternen am Himmel. Die Planeten stehen zwar in derselben Richtung am Himmel 'nebeneinander', in Wahrheit aber von uns aus gesehen 'hintereinander', der Abstand beträgt etwa eine Milliarde Kilometer. Die Venus erscheint uns, obwohl sie ganz wesentlich kleiner ist, dabei sehr viel heller als der Jupiter, weil unser Abstand zum Jupiter ein Mehrfaches der Entfernung Erde-Venus beträgt.


    September 2004, I:Von guten Standorten aus ist in den ersten Septemberwochen der Merkur für kurze Zeit vor Sonnenaufgang tief am Osthimmel zu sehen. Verpassen Sie diese Gelegenheit, kann es Ihnen gehen wie Kepler: der womöglich größte Astronom der Geschichte mußte noch auf dem Sterbebett bedauern, diesen wegen seiner Sonnennähe immer sehr schwer beobachtbaren Planeten nie mit eigenen Augen gesehen zu haben ...


    August 2004: Mitte August kreuzt die Erde die Bahn des Kometen Swift-Tuttle mit spektakulärem Effekt: Kleine und kleinste Kometentrümmer treffen auf die Atmosphäre und bieten sich uns als Sternschnuppenschauer dar, die Perseiden.


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